Mein Szenario für Gold und Anleihen – Ich kann nichts vorhersagen, aber nachher möchte ich auch nichts sagen

Ein Streit unter Börsianer ist immer unappetitlich. Wie kleine Kinder verharren sie bockig auf ihrem Egotrip und weichen keinen Deut von ihrer vorgefertigten Meinung ab. Letztes Wochenende riet mir ein Anlageberater zur Positionierung in Edelmetalle (80% Silber, 20% Gold). Es ist schade wenn mir jemand ohne Bescheidenheit etwas einreden möchte. In solchen Situationen schalte ich instinktiv ab, wobei das ein oder andere Argument sicherlich seine Berechtigung hätte.

Hier ist meine bescheidene Antwort:

  • Sachwerte werden zurzeit gekauft, weil man unter anderem Angst vor Hyperinflation oder einem irgendwie gearteten Zusammenbruch des Wirtschaftssystems hat
  • wird die befürchtete Hyperinflation nicht kommen, treten andere Märkte in den Fokus und Edelmetalle werden verkauft
  • Hyperinflation ist erst möglich, wenn eine Lohn-Preis-Spirale an Eigendynamik gewinnt, der Druck des internationalen Arbeitsmarktes erschwert jedoch Lohnsteigerungen
  • eine anziehende US-Wirtschaftserholung wird zum einen die Front der Apokalyptiker bröckeln lassen und früher oder später zur Anhebung der Leitzinsen führen, was wiederum zum Sturz der Anleihe- und Edelmetallkurse führen wird
  • begünstigt wird der gesamte Prozess dadurch, dass man nach der wirtschaftlichen Erholung wohl zu einer realistischen Bewertung der „faulen“ Subprimekredite kommen wird und sich die staatlichen Stützungsmaßnahmen als Plusgeschäfte herausstellen werden, was die Staatsverschuldung mildert
  • vieles scheint somit von der wirtschaftlichen Entwicklung, vor allem der USA, abzuhängen, deren traditionelle Antriebskraft nicht zu unterschätzt ist

Fazit: Spätestens, wenn die Zahl der Food-Stamp-Bezieher rückläufig ist, könnten Sachwerte- und Anleihemärkte stark korrigieren.

Wann und ob mein Szenario überhaupt eintrifft, wird sich zeigen. Hoffentlich noch im Laufe dieses Jahres, denn „In einem Jahr werden wir uns wieder sehen!“, drohte er.

In diesem Sinne, hochachtungsvoll

Ihr Börsenphilosoph

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One response to this post.

  1. […] quasi der Startschuss. Die Goldstory droht zu wanken, das Krisengeschrei nutzt sich ab und mein Szenario vom Januar könnte […]

    Antwort

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